Diagnostik und Therapie des M. Crohn
Diagnostik und Therapie der Colitis ulcerosa
Patientenleitlinie Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn
Patientenleitlinie Diagnostik und Therapie der Colitis ulcerosa
Zöliakie Weizenallergie und Weizensensitivität

Leitlinien

Leitlinien dienen der Vermittlung von aktuellem Wissen als Hilfe für klinische Entscheidungen. Sie können zu einer Verbesserung der Qualität von Prozessen und Ergebnissen der Patientenversorgung beitragen. Hierfür müssen sie einerseits klar definierte Ansprüche erfüllen und andererseits richtig angewendet werden. Für die Nutzer ist es von Bedeutung, die Qualität einer Leitlinie und ihre Anwendbarkeit in speziellen Beratungssituationen zügig einschätzen zu können. Darüber hinaus müssen sie aktuell, praxisrelevant und leicht verfügbar sein, keine ungeklärten Widersprüche zu anderen Empfehlungen aufwerfen und eine klare Zielsetzung im Hinblick auf die Qualitätsförderung der medizinischen Versorgung verfolgen.

Angesichts der Forderungen nach einer hohen Qualität der medizinischen Versorgung bei gleichzeitig zunehmendem Zeit- und Kostendruck nimmt die Bedeutung wissenschaftlich fundierter und nach Prinzipien der evidenzbasierten Medizin entwickelter Vorgehensweisen in den letzten Jahren stetig zu.

S3

Evidenz- und konsensbasierte LL

repräsentatives Gremium,

systematische Recherche, Auswahl und Bewertung der Literatur,

strukturierte Konsensfindung

Transparenz über Entwicklungs-prozess, Beteiligte, Interessens-konflikte

S2e

Evidenzbasierte LL

systematische Recherche, Auswahl und Bewertung der Literatur,

S2k

Konsensbasierte LL

repräsentatives Gremium,

strukturierte Konsensfindung

S1

Handlungsempfehlungen von Expertengruppe

Konsensfindung in einem informellen Verfahren


Daher ist die Entwicklung von Leitlinien zumeist Aufgabe der wissenschaftlich medizinischen Fachgesellschaften und sollte einer transparenten Methodik folgen. Anhand der S-Klassifikation der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) kann sofort der methodische Hintergrund in Bezug auf Evidenzbasierung und/oder Konsensfindung erkannt werden – siehe Abbildung.

Jedoch kommt es bei der Leitlinienentwicklung häufig zu Problemen wie Finanzierungsfragen oder mangelnde Kommunikationswege. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee für ein Internetportal zur IT-Unterstützung des Leitlinienentwicklungsprozesses, das als zentrale Informations- und Kommunikationsplattform dient. Es reduziert wiederkehrende kosten- und zeitintensive Abläufe.

Leitlinienentwicklungsportal

Als besondere, den CED-Bereich übergreifende Initiative des Kompetenznetz Darmerkrankungen sei die Weiterentwicklung und die Unterstützung des „Leitlinienentwicklungsportals“ erwähnt. Ursprünglich entwickelt an der Charité - Universitätsmedizin Berlin mit Unterstützung der TMF (Technologie- und Methodenplattform in der vernetzten medizinischen Forschung e.V.), übernahm 2011 das Kompetenznetz Darmerkrankungen die Unterstützung des Projektes, nachdem die Förderung auslief. Infolgedessen wurden der UserGroup – Med. Leitlinienentwicklung e.V. und die Clinical Guideline Services GmbH (CGS) gegründet, um den Portalbetrieb zu gewährleisten. Das Kompetenznetz Darmerkrankungen engagiert sich seitdem nachhaltig für die Verbreitung und Weiterentwicklung des Portals.

Das Leitlinienentwicklungsportal dient einer strukturierten Leitlinienentwicklung und steht allen medizinischen Fachgesellschaften als standardisierte und qualitätsgesicherte Arbeitsplattform für die Überarbeitung und Entwicklung von medizinischen Leitlinien nach der Methodik der AWMF zur Verfügung.

Ausblick

Entscheidungshilfen, Handlungskorridore, Einschränkung der Therapiefreiheit, unklare juristische Implikationen – dies sind gängige Assoziationen zu Leitlinien. Doch sie stellen sowohl wichtige als auch effektive Instrumente der Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsversorgung dar und sind deshalb aus diesem Sektor nicht mehr wegzudenken. Der Nutzen für Patienten zeigt sich aber erst in ihrer Akzeptanz und Anwendung. Nicht selten bedeutet dies, dass die Bereitschaft, etablierte Versorgungskonzepte, die einer kritischen Prüfung nicht mehr Stand halten aufzugeben – oder neue Versorgungskonzepte zu übernehmen, die noch nicht etabliert sind. Gleichzeitig impliziert eine leitliniengerechte Versorgung die Anerkennung von Gegebenheiten, die ein begründetes Abweichen von Leitlinienempfehlungen erfordern. Denn Leitlinien können nicht auf individuelle Umstände eines Patienten und den Besonderheiten seiner Behandlung eingehen. Für die Weiterentwicklung des Leitliniensystems in Deutschland und deren Verbreitung sowie Implementierung bestehen infolgedessen noch zahlreiche Aktionsfelder. Dazu gehören die Unterstützung von Fachgesellschaften bei der Erstellung und Aktualisierung von Leitlinien unter Nutzung von modernen Technologien, die wissenschaftliche Anerkennung von Leitlinien sowie die kostenfreie Bereitstellung von Leitlinien im Internet.